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Der persische Kalender und Nowruz einfach erklärt

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Wie der iranische Sonnenkalender funktioniert, wie man persische Datumsangaben in Nachrichten umrechnet und was zu Nowruz geschieht, dem persischen Neujahrsfest, das mehr als 300 Millionen Menschen feiern.

Wer Nachrichten aus Iran oder auf Persisch liest, stößt bald auf Daten wie „28. Mehr 1405“. Das ist kein Tippfehler: Iran hat einen eigenen Kalender, und sein Jahr beginnt nicht am 1. Januar, sondern im Frühling – mit dem Fest Nowruz. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Kalender aufgebaut ist, wie man seine Daten umrechnet und was es mit Nowruz auf sich hat.

Ein Sonnenkalender, der im Frühling beginnt

Irans offizieller Kalender ist der iranische Sonnenkalender (persisch: Hedschri-Schamsi). Wie unser gregorianischer Kalender richtet er sich nach der Sonne, seine Monate liegen also immer in denselben Jahreszeiten. Per Gesetz wurde er 1925 zum amtlichen Kalender Irans.

Zwei Dinge machen ihn anders:

Die zwölf Monate

Die ersten sechs Monate haben 31 Tage, die nächsten fünf 30 und der letzte 29 – im Schaltjahr 30. Im Jahr 1405, das am 21. März 2026 begann, liegen die Monate so (von Jahr zu Jahr kann sich das um einen Tag verschieben):

Weil das Jahr mit den drei Frühlingsmonaten beginnt, fängt jede Jahreszeit mit einem Monatsanfang an: der Sommer mit Tir, der Herbst mit Mehr – dann beginnt in Iran auch das Schuljahr – und der Winter mit Dey.

So rechnet man ein persisches Datum um

Für das Jahr addiert man 621 zur persischen Jahreszahl, wenn das Datum zwischen Nowruz und dem 31. Dezember liegt, und 622, wenn es zwischen dem 1. Januar und dem nächsten Nowruz liegt. Beispiele:

Für genaue Umrechnungen, vor allem nahe am Monatsanfang, ist ein Online-Datumsrechner am sichersten. Wer Nachrichten in mehreren Sprachen vergleicht, sollte bei Daten genau hinsehen: Persische Medien nennen meist persische Daten, und ein Bericht über „letzte Woche“ kann in anderen Sprachen Tage früher oder später erscheinen.

Für religiöse Zwecke nutzt Iran einen zweiten Kalender: den islamischen Mondkalender, dessen Monate dem Mond folgen. Sein Jahr ist etwa elf Tage kürzer. Religiöse Feiertage wie der Ramadan oder Aschura wandern deshalb durch die Jahreszeiten und liegen im Sonnenkalender jedes Jahr etwa elf Tage früher.

Nowruz: das persische Neujahr

Nowruz bedeutet „neuer Tag“. Das Fest markiert den ersten Frühlingstag und gehört zu den ältesten Festen der Welt; seine Wurzeln reichen Jahrtausende vor die Zeit des Islams zurück. Gefeiert wird es nicht nur in Iran, sondern auch in Afghanistan, Zentralasien, im Kaukasus, von Kurdinnen und Kurden und in der Diaspora weltweit – nach Angaben der Vereinten Nationen von mehr als 300 Millionen Menschen. Die UNESCO nahm Nowruz 2009 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf, und die UN-Generalversammlung erklärte 2010 den 21. März zum Internationalen Nowruz-Tag.

Die Feiern ziehen sich über etwa zwei Wochen:

In Iran sind die ersten vier Tage des Farwardin und der 13. gesetzliche Feiertage, und die Schulen schließen für rund zwei Wochen.

Warum das beim Nachrichtenlesen wichtig ist

Der Kalender prägt, wie über Ereignisse berichtet wird. Iranische Haushalte, Statistiken und Regierungspläne beziehen sich meist auf das persische Jahr, das von März bis März läuft – „die Inflation im Jahr 1404“ umfasst also einen anderen Zeitraum als „die Inflation 2025“. Rund um Nowruz kommt das öffentliche Leben in Iran für zwei Wochen fast zum Stillstand, was ruhige Phasen in den Nachrichten erklären kann. Und für Millionen Menschen in der Diaspora, auch in Deutschland, ist Nowruz das wichtigste Fest des Jahres.

Die persische Ausgabe von Omid57.info zeigt das heutige Datum und das Veröffentlichungsdatum jeder Meldung im persischen Kalender – dort sieht man ihn im täglichen Gebrauch. Unser Ratgeber Warum dieselbe Nachricht in anderen Sprachen anders aussieht hat weitere Tipps zu Daten, Zahlen und Zeitzonen über Sprachgrenzen hinweg.

Fazit

Der persische Kalender ist genau, an den Jahreszeiten ausgerichtet und leicht umzurechnen, wenn man seinen Aufbau kennt: Das Jahr beginnt mit dem Frühling, die ersten sechs Monate haben 31 Tage, und zur Jahreszahl addiert man 621 oder 622. Und Nowruz, der neue Tag zur Frühlings-Tagundnachtgleiche, ist weit mehr als ein Datum – es ist ein Fest der Erneuerung, das viele Völker und Länder teilen.