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Fotos und Videos in den Nachrichten prüfen

Von · Veröffentlicht · 5 Min. Lesezeit

Alte Bilder in neuem Zusammenhang, geschnittene Videos und KI-Bilder – einfache Schritte, mit denen jeder vor dem Glauben oder Teilen prüfen kann, woher ein Foto oder Video stammt.

Bilder wirken stark: Was wir sehen, glauben wir. Gerade deshalb gehören Fotos und Videos zu den häufigsten Formen von Falschinformation – besonders bei Kriegen, Katastrophen und Protesten, wenn die Gefühle hochkochen und gesicherte Informationen knapp sind. Die meisten irreführenden Bilder sind keine raffinierten Fälschungen, sondern echte Aufnahmen im falschen Zusammenhang. Dieser Ratgeber erklärt einfache Prüfschritte, die jeder in wenigen Minuten erledigen kann.

Die häufigsten Probleme

Schritt 1: Wer hat es zuerst veröffentlicht?

Bevor Sie das Bild selbst betrachten, schauen Sie auf die Quelle. Seriöse Medien nennen den Fotografen oder die Agentur (etwa dpa, Reuters, AFP, AP oder EFE) und sagen, wo und wann ein Bild entstanden ist. Ein Bild, das ohne Quelle in sozialen Netzwerken kursiert – „50.000-mal geteilt“ –, hat niemand geprüft, nur weil viele es weitergeleitet haben.

Fragen Sie: Ist das Konto, das es gepostet hat, bekannt und greifbar? Hat es das Bild selbst aufgenommen oder nur weitergegeben? Zeigen andere, unabhängige Quellen dieselbe Szene?

Schritt 2: Die umgekehrte Bildersuche

Eine umgekehrte Bildersuche zeigt, wo ein Bild sonst noch im Internet erschienen ist – und oft auch, wann zum ersten Mal. Gab es das „Foto von der heutigen Demonstration“ schon vor fünf Jahren, ist der Fall geklärt.

So geht es:

  1. Speichern Sie das Bild oder kopieren Sie seine Adresse. Bei einem Video machen Sie einen Screenshot von einem markanten Moment.
  2. Laden Sie es bei einem Dienst für umgekehrte Bildersuche hoch, etwa Google Lens, Bing Visual Search, TinEye oder Yandex Bilder. Verschiedene Dienste finden Verschiedenes; es lohnt sich, mehrere zu probieren.
  3. Suchen Sie nach den ältesten Fundstellen und nach Versionen in höherer Auflösung oder mit Bildunterschrift aus einer verlässlichen Quelle.

Für Videos nutzen Journalisten auch kostenlose Werkzeuge wie die Browser-Erweiterung InVID-WeVerify, die ein Video in Schlüsselbilder zerlegt, die sich dann einzeln suchen lassen.

Schritt 3: Details prüfen

Viele Bilder enthalten Hinweise darauf, wo und wann sie entstanden sind:

Versteckte Dateiangaben (Metadaten) können ebenfalls Datum und Ort enthalten, doch soziale Netzwerke entfernen sie meist, und sie lassen sich verändern. Sie sind ein Hinweis, nie ein Beweis.

Schritt 4: Erzeugte und manipulierte Bilder

Früher verrieten sich KI-Bilder oft durch verformte Hände, unsinnige Schrift oder seltsame Details im Hintergrund. Solche Fehler werden seltener; dass keine sichtbaren Fehler zu finden sind, beweist also nichts. Verlässlicher sind dieselben Fragen wie oben: Wer hat es veröffentlicht? Taucht es in einer vertrauenswürdigen Quelle auf? Bestätigen andere Aufnahmen aus anderen Blickwinkeln die Szene?

Manche Kameras, Bildprogramme und Plattformen versehen Bilder inzwischen mit Content Credentials – einer Art digitalem Etikett, das festhält, woher ein Bild stammt und wie es bearbeitet wurde. Wo es sie gibt, sind sie nützlich; fehlen sie, heißt das aber nicht, dass ein Bild gefälscht ist.

Schritt 5: Faktenchecker nutzen

Viele Organisationen prüfen virale Bilder und Behauptungen professionell und veröffentlichen ihre Ergebnisse, etwa dpa-Faktencheck, Correctiv und der Faktencheck der AFP in Deutschland, Maldita, Newtral und EFE Verifica in Spanien, Full Fact in Großbritannien, PolitiFact in den USA und Factnameh für persischsprachige Inhalte. Wer einige Stichwörter der Behauptung zusammen mit „Faktencheck“ sucht, findet oft in Sekunden eine bestehende Prüfung.

Im Zweifel: warten

In aktuellen Lagen sind die ersten Bilder oft falsch oder aus dem Zusammenhang gerissen; Korrekturen kommen später. Ein paar Stunden Geduld verhindern die meisten Fehler. Wenn Sie ein Bild nicht prüfen können, teilen Sie es nicht – oder sagen Sie deutlich, dass seine Herkunft unbekannt ist. Jedes Teilen macht ein falsches Bild schwerer aufzuhalten.

Bilder und Omid57.info

Omid57.info zeigt nur Schlagzeilen, ohne Fotos oder Videos, und verlinkt jede Meldung zum Originalartikel. Die Bilder gehören den Medien, die sie veröffentlichen, und liegen in deren Verantwortung. Erscheint dasselbe Ereignis bei mehreren Medien auf unserer Seite, ist das Öffnen von zwei oder drei Artikeln ein einfacher Weg zu vergleichen, ob ihre Bilder zusammenpassen. Unser Ratgeber Nachrichten kritisch lesen bietet weitere Prüfschritte für den Text einer Meldung, und Wie Nachrichtenagenturen arbeiten erklärt, warum so viele Medien dieselben Agenturfotos verwenden.

Fazit

Die meisten falschen Bilder sind keine geschickten Fälschungen, sondern alte oder echte Aufnahmen mit einer neuen, falschen Geschichte. Wer fragt, wer ein Bild zuerst veröffentlicht hat, eine umgekehrte Bildersuche macht und auf einige Details achtet, entlarvt viele davon in wenigen Minuten. Und wenn eine Prüfung nicht möglich ist, ist die sicherste Wahl einfach: noch nicht teilen.