Al Jazeera: Wer entscheidet in Teheran über Krieg und Verhandlungen? (4. November 2026)
Von Redaktion Omid57.info · Veröffentlicht · 2 Min. Lesezeit
Analyse von Al Jazeera aus Teheran, 4. November 2026: Peseschkian spricht von „bestimmten Befugnissen“ für Gespräche, doch laut Analysten hat das Gewicht der Revolutionsgarde seit Kriegsbeginn zugenommen.
Al Jazeera geht in einer Analyse aus Teheran von Maziar Motamedi, veröffentlicht am Mittwoch, 4. November 2026, einer Frage nach, die für jedes Abkommen entscheidend ist: Wer bestimmt in der Islamischen Republik über Fortsetzung des Krieges oder Verhandlungen mit den USA?
„Bestimmte Befugnisse“ für die Regierung
Laut Al Jazeera sagte Präsident Massud Peseschkian am Montag, das Oberhaupt der Islamischen Republik, Mojtaba Chamenei, habe der Regierung „bestimmte Befugnisse“ für die Verhandlungen erteilt. Wie weit diese reichen, ließ er offen. Peseschkian wird von Hardlinern kritisiert, die jedes Abkommen ablehnen.
Mehr Gewicht für die Revolutionsgarde
Der Autor schreibt, seit Kriegsbeginn am 28. Februar habe sich das Kräfteverhältnis zugunsten von Kommandeuren der Revolutionsgarde und Sicherheitsfunktionären verschoben. Sina Toossi vom Center for International Policy in Washington sagte Al Jazeera, jedes Abkommen brauche die Rückendeckung des Sicherheits- und Militärapparats. Das ist die Einschätzung eines Analysten, keine bestätigte Tatsache.
Laut Al Jazeera teilte das Büro des Oberhaupts mit, Chamenei habe Revolutionsgarde-Chef Ahmad Vahidi getroffen und angeordnet, auf jeden Angriff „sofort und ohne geografische Beschränkung“ zu antworten. Garde-Sprecher Hossein Mohebbi sagte, die Angriffe auf drei Schiffe seien mit höheren Stellen abgestimmt gewesen. Einige US-Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen, Hardliner-Fraktionen hätten die Angriffe angeordnet; Al Jazeera bestätigt das nicht.
Wer antwortet auf Vance' Brief?
Außenamtssprecher Esmail Bakaei sagte, auf den Brief von JD Vance werde Mohsen Resai, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, antworten – nicht Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Resai sprach im Staatsfernsehen von einem „positiven Wandel im Ton“ der Botschaft.
Teherans erklärte Forderungen sind laut Al Jazeera: Ende der Seeblockade, Lockerung der Sanktionen, Freigabe eingefrorener Gelder, geringere US-Militärpräsenz und ein Ende der Kämpfe an allen Fronten, auch im Libanon.
Einordnung der Redaktion
Der Bericht zeigt: Offizieller Verhandler und tatsächlicher Entscheider sind in der Islamischen Republik nicht unbedingt dieselben. Wenn parallel zu Gesprächen Schiffe „in Abstimmung mit höheren Stellen“ angegriffen werden, darf die Gegenseite fragen, was eine Unterschrift der Regierung garantiert. Für die Menschen in Iran ist die fehlende Transparenz darüber, wer über Krieg und Frieden entscheidet, selbst ein Teil des Problems.
Quellen
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