„Defensive“ US-Angriffe auf die Insel Qeschm am Wahlabend – Washington: keine neue Kriegsrunde (3. November 2026)
Von Redaktion Omid57.info · Veröffentlicht · 2 Min. Lesezeit
Al Jazeera, CBS und Fox News am 3. November 2026: Explosionen auf Qeschm und in Bandar Lengeh nach Beschuss eines US-Flugzeugs durch die Revolutionsgarde; Trump sagt, Iran wolle eine Einigung.
Am Montagabend, 2. November 2026, wenige Stunden vor Beginn der US-Zwischenwahlen, waren auf der Insel Qeschm und in Bandar Lengeh mehrere Explosionen zu hören. US-Medien berichten unter Berufung auf Regierungsvertreter, das US-Militär habe dort einen „begrenzten, defensiven“ Angriff ausgeführt.
Was berichtet wird
CBS News zitiert mehrere US-Vertreter: Amerikanische Streitkräfte hätten „begrenzte defensive Schläge“ gegen Ziele nahe der Straße von Hormus ausgeführt. Laut einem hohen Militärvertreter galt der Angriff Qeschm und war eine Antwort darauf, dass die Revolutionsgarde auf ein US-Flugzeug geschossen hatte. Zuerst berichtete das Wall Street Journal.
Fox News zitiert einen US-Vertreter, der Angriff bedeute „keine Rückkehr zu US-Militärschlägen“ und keinen Beginn einer Eskalation. Auf Qeschm befinden sich laut Fox eine unterirdische Raketenanlage, ein Marinestützpunkt und eine Meerwasserentsalzungsanlage. Al Jazeera schreibt unter Berufung auf AP, Ziel seien Kräfte gewesen, die mit Boden-Luft-Raketen US-Einheiten angegriffen hätten.
Darstellung iranischer Medien
Laut Al Jazeera meldeten iranische Agenturen mehrere Explosionen in Folge auf Qeschm; Zeugen sahen zwei Flugzeuge über der Insel. Auch in Bandar Lengeh waren Explosionen vom Meer her zu hören. Die Revolutionsgarde behauptet, zwei US-Drohnen per elektronischer Kriegsführung „gekapert“ und eine MQ-9 zerstört zu haben; unabhängig bestätigt ist das nicht. Keines der drei Medien meldet bisher Opfer.
Diplomatie läuft parallel weiter
Trump schrieb auf Truth Social, Iran wolle „so schnell wie möglich“ eine Einigung, sie „könnte passieren“. Auf die Frage, ob er nach der Wahl angreifen werde, sagte er laut Al Jazeera „nein“. JD Vance sprach von „guten Gesprächen“ mit Iran. Außenminister Abbas Araghchi sagte laut CBS, Teheran sei zu „ehrlicher Diplomatie“ bereit, drohte aber bei einem Angriff mit einer Antwort „bitterer und stärker als zuvor“. AP berichtet, Netanjahu dränge auf weitere Angriffe nach der Wahl.
Der Ölpreis stieg am Dienstag nach dem Einbruch vom Montag wieder leicht: Brent legte laut Al Jazeera um rund 1,8 Dollar auf 106,6 Dollar zu.
Einordnung der Redaktion
Der Angriff zeigt, wie brüchig die Waffenruhe ist: Während über „Vertrauensbildung“ verhandelt wird, wird im Golf geschossen. Washingtons Etikett „defensiv“ und die Drohnen-Behauptungen der Revolutionsgarde sind beides Darstellungen einer Konfliktpartei und sollten mit Vorsicht gelesen werden. Die Menschen auf Qeschm und in Bandar Lengeh tragen das größte Risiko – und kommen in diesen Darstellungen kaum vor.
Quellen
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